Die nächsten Tage verbringe ich wie in Trance. Dutzende von SMS werden hin und her geschickt. Wir telefonieren mindestens drei Mal am Tag und er ist mein erster Gedanke wenn ich morgens aufstehe und mein letzter, wenn ich abends schlafen gehe.
Tino bringt mich zum Lachen. Er hat so eine natürliche Art von Humor, so dass er sich nicht anstrengen muss um lustig zu sein. Ganz unbewusst sagt er Dinge, die wunderbar komisch sind. Weil er sie so sagt, wie er sie sagt und seine Mimik und Gestik das ganze noch unterstreichen. Ich liebe seine dunklen Haare, die er schon längst schneiden lassen wollte und seine langen Wimpern, die seine Augen aussehen lassen, wie die einer Puppe. Er fährt sich oft ganz unbewusst durch die Haare, was ich unglaublich anziehend finde und wenn er lacht, dann strahlt er eine Lebensfreude aus, die ansteckend ist. Er trägt am liebsten Jeans in Kombination mit karierten Baumwollhemden, was wahrscheinlich nur an ihm, unglaublich gut aussieht. Er sieht immer ein wenig aus als käme er gerade aus dem Wald vom Holzhacken zurück. Mit verwuschelten Haaren und geröteten Wangen. Er ist 28 Jahre alt (mein erster jüngerer Mann) und sehr sportlich. Das behauptet er nicht nur, dass kann man auch sehen. Ich habe ja nur vage Bilder der ersten Nacht vor meinem Auge, aber ich meine mich an einen wohl definierten Oberkörper erinnern zu können. Tino trinkt leidenschaftlich gern Bananenhefe, was ich etwas seltsam finde, mich aber langsam damit arrangieren kann. Er besitzt etwa 50 Paar der fast identisch aussehenden Schuhe, die sich nur in ihrer Farbgebung leicht unterscheiden. Leider kann ich mich mit dieser Tatsache nicht arrangieren, denn mann sollte auf keinen Fall mehr Schuhe haben als frau. Was für mich wohl bedeutet, dass ich jetzt einen Freischein zum Schuhe kaufen habe.