Der Tag begann mit Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen. Ein paar wenigen. Ich tagträumte von Wärme, Wasser und einem menschenleeren Strand. An dem ich liege. Auf einer Hängematte, schaukelnd im zarten Wind des Meeres.
Das laute Hupen der Straßenbahn riss mich jäh aus meinen Träumen. Ich musste mich etwas beeilen um nicht von der heran nahenden Tram erfasst zu werden. Erschrocken nahm ich mir vor, meine geistige Abwesenheit auf die ungefährlichen Momente des Lebens zu verlegen.
Als ich die andere Straßenseite erreichte, bemerkte ich einen jungen Mann, der die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hatte. Ob ich denn lebensmüde sei, frage er mich. Ob ich keine Augen im Kopf hätte. Warum ich Musik hören würde, statt auf den Verkehr zu achten. Er hätte einen riesigen Schreck bekommen, gestand er mir. Ich war gerührt. Selten erfährt man im anonymen Großstadtleben so viel Mitgefühl. Ich schaute ihn mir genauer an und stellte fest, dass er gar nicht mal so schlecht aussah. Und während ich so überlegte, wie ich ihn denn nun am Besten auf einen Kaffee einlade, zückte er schon sein Portemonnaie und holte eine Visitenkarte heraus. Er überreichte sie mir mit den Worten “Falls du mal wieder in Gefahr gerätst”, lächelte mich an, drehte sich um und verschwand hinter der nächsten Straßenecke. Auf der Karte stand “Hans Ruprecht – Bestatter”. Moment mal. Hans? Ruprecht? Bestatter? Ich glaub ich bin im falschen Film!