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Anna ist 29 und findet: Langsam wird's brenzlig.

Einsame Berliner Nächte

Posted by admin on Dezember 25, 2008 at 13:31 in Tagebuch

Berlin bereitete mir bei meiner Ankunft gestern einen kühlen Empfang. Es regnete in Strömen und die Temperatur kam dem Gefrierpunkt bedrohlich nahe. Ich war froh, als ich endlich in meiner WG ankam, wo mich meine neuen Mitbewohner Laura, Tom und Susanne herzlich empfingen. Wir stießen noch mit einem Glas Sekt an. Danach fiel ich erschöpft und glücklich ins Bett.

Heute werde ich den Tag nutzen, um nicht nur meine Mitbewohner, sondern auch die Stadt ein bisschen mehr kennenzulernen. Ein opulentes Frühstück soll uns allen einen guten Start in den Tag geben. Gemeinsam sitzen wir am großen Holztische in der Mitte unserer Küche. Susanne ist hoch gewachsen, brünett und ihr Gesicht ist von Sommersprossen übersät. Sie lacht viel und ist mir augenblicklich sympathisch. Sie ist Stewardess und eigentlich nie zu Hause. Auch heute muss sie noch nach London. Laura ist das ganze Gegenteil: klein, blond und etwas untersetzter. Dafür strahlen mich zwei hellblaue Augen an. Sie studiert Psychologie im fünften Semester und wendet ihr gewonnenes Wissen nur allzu gern im Alltag an. Tom, der Hahn im Korb, ist groß, schlaksig und hat keinerlei Sinn für Mode. In seinem ausgeleierten T-Shirt und der Hochwasserhose sieht er aus wie ein zu groß geratener Junge, der noch von Mutti eingekleidet wird. Seine Haare sind schulterlang und seine Augenbrauen extrem buschig. Auch wenn das Aussehen eines Mannes nicht das Wichtigste ist, Tom ist definitiv kein potentielles Date. Sehr nett scheint er aber zu sein. Wir unterhalten uns über meine Erfahrungen mit der japanischen Kultur, denn er studiert Japanologie und ist wie Laura immer wieder erfreut auch im Alltag sein Studienfach zu thematisieren.

Wir schlagen uns den Bauch mit Croissants und Milchkaffee voll und gehen dann unseren täglichen Pflichten nach. Für mich heißt das: Dienstantritt in meiner neuen Firma. Denn natürlich bin ich nicht nur nach Berlin gekommen um meine große Liebe zu finden, sondern auch um zu arbeiten. Tagsüber hat die Arbeit höchste Priorität, abends die Suche nach Mr. Right.

Heute Abend werde ich mit meinen Mitbewohnern das Berliner Nachtleben erobern.

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