Es ist Wochenende und für heute steht eine dieser legendären WG-Partys ins Haus. Das kann man sich dann etwa so vorstellen: Erst wird köstlich gespeist, um eine Grundlage für den Alkohol zu schaffen. Dann verwandelt man sich in einen durstigen Teenager, den nichts glücklicher macht als ein albernes Trinkspiel, in dem Fall handelt es sich um Beer-Pong, ein in den USA weit verbreitetes und vor allem bei Studenten beliebtes Spiel bei dem man einen Plastikball in Plastikbecher gefüllt mit Bier werfen muss. Trifft man, so muss der Gegner den Becher leeren. Verloren hat, wer am schnellsten betrunken ist. Wir passen das Spiel allerdings ein wenig unseren Bedürfnissen an, indem wir statt nur Bier auch Wein, Wodka und Tequila in die Becher füllen. Wir sind gute Treffer, was bedeutet, dass wir im Rekordtempo trinken. Nach einem kurzen Besuch auf dem Balkon sind wir, bedingt durch die frische Luft, sturzbetrunken und fangen an die Musik bis zum Maximum aufzudrehen, wild durch alle Räume zu tanzen und lauthals mitzusingen.
Anwesend sind unsere WG-Mitglieder, sowie Franzi, Sarah und Philipp – drei gute Freunde, die bei jeder WG-Party dabei sind. Tino habe ich nicht gefragt, da ich weiß, dass sich mein Verhalten unter Alkoholeinfluss nicht gerade zum meinem Vorteil entwickeln könnte. Außerdem darf niemand, für den ich mehr als freundschaftliche Gefühle habe, mich in diesem hemmungslosen Zustand sehen, in dem ich neue, höchst seltsam anmutende Tanzstile erfinde und singe, als ob es keine Schmerzgrenze gäbe. Den Champagner, den wir immer irgendwo herbekommen, trinken wir in diesem Zustand dann schon aus der Flasche und Vernunft kann man nicht mehr erwarten. Wir gehen über Tische und Bänke.
Ich bin bereit. Unser Pong Spiel ist aufgebaut und ich setze zum ersten Wurf an. Ziele, werfe und treffe!