Anna ist 29 und findet: Langsam wird’s brenzlig.

Hans the ghost whisperer?

Hans legte los. Er erzählte vom Bestattungsinstitut seines Vaters. Davon, dass er den Beruf ja eigentlich immer extrem gruselig gefunden hätte. Obwohl er doch finden würde, dass es sich um eine ehrenwerte Profession handele, schließlich erweist man den Toten eine letzte Ehre. Inzwischen sei er mit ganzem Herzen bei der Sache und würde seinen Job gegen nichts in der Welt tauschen wollen. Obwohl es Zeiten gäbe, die ihn doch sehr mitnehmen würden. Aber im Laufe der Zeit entwickle man Abwehrmechanismen. Man schaltet jegliche Emotionen ab und betrachtet die Arbeit aus rein geschäftlicher Sicht.

Hans erzählte mit so viel Begeisterung, mit so viel Leben, dass ich gespannt an seinen Lippen hing. Auch wenn ich ein wenig zwiegespalten war. Ich stellte ihn mir im Gedanken vor. In diesem sterilen Raum. In steriler Atmosphäre. Mit der Stille der nicht lebenden. Man merkte ihm seinen Job gar nicht an. Aber was hatte ich erwartet? Dass er in Kittel und mit Handschuhen vor mir sitzen würde um düster in die Gegend zu starren? Dass er sozial isoliert ist und nur mit den Toten redet? Ach Anna, du hast seltsame Vorstellungen!

Wie auch immer, die drei Minuten waren im Nullkommanichts verstrichen. Ich hatte gar nichts von mir erzählt, aber das war auch nicht schlimm. Hans sollte die Möglichkeit bekommen mehr von mir zu erfahren. Ich lud ihn auf ein Stück Erdbeertorte ein. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum nächten Café.

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