Ich stehe endlich vor dem Kuchi. Im Moment freue ich mich nicht nur auf Tino, sondern auch auf eine riesige Portion Sushi. Ich habe nämlich richtig Hunger, weil ich bei all der Aufregung ganz vergessen habe etwas zu essen. Ich betrete das Restaurant und gucke mich um. Ich bin, wie immer, etwas früh dran. Doch ich erspähe ihn – dort drüben, in der hintersten Ecke. Er schaut auf und unsere Blicke treffen sich. Ich spüre die Intensivität des Blickes und das stärker pochendes Herz in meiner Brust. Genau so habe ich es mir immer vorgestellt.
Tja, was soll ich sagen. Wir haben einen wunderbaren Abend zusammen verbracht. Ich habe so viel Sushi gegessen, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Was ich normalerweise nie bei einem Date machen würde – also ich meine viel essen. Doch es war mir überhaupt nicht unangenehm, weil Tino einfach Tino ist und ich das Gefühl habe, bei ihm die sein zu können, die ich wirklich bin. Wir haben gelacht und gelästert, philosophiert und geschwiegen, argumentiert und verstanden. Den ganzen Abend über schwebte ich auf Wolke 7.
Er brachte mich nach Hause und gab mir unter dem dunklen Berliner Nachthimmel den längsten, schönsten und Knie erweichensten Kuss meines Lebens. Ich verdränge jetzt einfach mal, dass wir ja bereits eine Nacht zusammen verbracht haben und betrachte ihn als den ultimativen ersten Kuss.


