Wir verlassen vollbepackt den Laden. Tom hatte Glück, es gab unglaublich viele Schnäppchen, so dass er letztendlich seine komplette Garderobe erneuern konnte. Ich bin stolz auf ihn – er hat einen guten Geschmack bewiesen. Ich schlage vor noch einen Kaffee trinken zu gehen und so suchen wir das nächste Starbucks um in den Genuss eines großen Cappuccinos plus Schokoladenmuffin zu kommen. Die perfekte Krönung eines anstrengenden Shopping Tags.
Während wir so über die typischen Eigenschaften der Geschlechter sinnieren, wird mir immer weniger Aufmerksamkeit zuteil. Seine Augen wandern immer öfter nach links. Ich folge seinem Blick und sehe, was ihn im Bann hält. Eine junge Frau, Anfang 20, sitzt mit ihrer Freundin zusammen und nippt an ihrem Kaffee. Sie hat fast schwarze Haare, die bis zu ihrem Kinn reichen. Ihre Augen sind groß und braun, ihre Nase ist, wie sagt man so schön, ein niedliches Stupsnäschen. Sie stellt ihre Tasse ab und erzählt wild gestikulierend. Ihre Freundin ist stumme Zuhörerin. Tom ist äußerst fasziniert, das merke ich.
Ich rate ihm seine Chance zu nutzen. Wann hat er das letzte Mal jemanden gesehen, der ihn derart beeindruckt hat? Das sei ein Wink des Schicksals behaupte ich, um ihn zu überzeugen. Wenn man mit dem Schicksal argumentiert gewinnt man fast immer. Tom glaubt fest daran, dass nichts Zufall ist und alles aus einem bestimmten Grund passiert. Das hat er sich auch bei seiner Ex gesagt – er meinte, dass das Schicksal wollen würde, dass sie irgendwann einmal heiraten und bis zum Ende ihres Lebens glücklich sind. Es würde ihn nur auf die Probe stellen wollen um seine Liebe zu testen. Ja, Tom hat schon manchmal seltsame Ansichten. Aber was will man von jemand, der sein Zimmer nach den Regeln des Feng Shui ausrichtet, schon erwarten.