Ich komme nach einem harten Arbeitstag nach Hause und freue mich auf Yoga um einen freien Kopf zu bekommen. Ich möchte nur kurz meine Sachen holen, doch als ich die Tür aufschließe steht vor mir Tom mit hängendem Kopf und rot unterlaufenen Augen. Er sieht todunglücklich aus. Ich sehe meine Yoga Stunde auf meiner Yogamatte davon schwimmen.
Ich ziehe Tom mit in die Küche und schenke uns zwei Gläser Wein ein. Ich wusste, dass er eine On und Off Beziehung führt, aber nicht, wie wichtig sie ihm ist. Jetzt finde ich heraus, dass Tom sie über alles liebt und meint, sie sei “The One”. Deswegen lässt er sich auch immer wieder auf sie ein und es bricht ihm das Herz, wenn sie ihn immer und immer wieder verlässt. Er kann nicht ohne sie und sie kann weder mit ihm, noch ohne ihn. Eine vertrackte Situation.
Der Grund für seine Stimmung ist ein endgültiges Aus. Sagt sie zumindest. Und sie hätte es wohl noch nie gesagt. Deshalb glaubt Tom jetzt, dass er sie für immer verloren hat. Er schüttet mir sein Herz aus und erzählt mir alles. Dass er noch nie für jemanden so empfunden hat, wie für sie. Dass er sich vorstellen kann sie zu heiraten. Aber auch, dass er überhaupt nicht versteht, wie er so dermaßen naiv sein kann. Wie er sich so für jemanden aufopfern kann, der seine Liebe als selbstverständlich ansieht und überhaupt nicht zu schätzen weiß. Ich höre zu und sage ihm, was ich denke. Dass der Teich voller wunderschöner und liebenswerter Fische sei, die nur darauf warten würden geangelt zu werden. Dass er ein Mann ist, den sich jede Frau nur wünschen kann, weil er anders ist als all die arroganten Typen, die meinen die Frauen müssten ihnen die Füße küssen. Weil er liebevoll ist, aufmerksam, humorvoll und treu. Ein erstklassiger Zuhörer und ein genauso guter Erzähler. Ich spüre wie sein Selbstbewusstsein wächst.
Er nimmt sich vor einen Schlussstrich zu setzen. Egal ob sie zurück kehrt, oder nicht. Er hat besseres verdient.