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Anna ist 29 und findet: Langsam wird's brenzlig.

Von allem, was fliegen kann…

Posted by admin on Februar 22, 2009 at 23:32 in Allgemein

Er ist fort und es fühlt sich an, als hätte er mein Herz mitgenommen. Nun steh ich hier, herzlos, und sehne mich nach ihm, obwohl ich ihn doch kaum kenne. Wie kann das sein? Noch nie in meinem ganzen Leben war ich so urplötzlich so verknallt wie jetzt. Vor allem habe ich es nicht kommen sehn. Ich habe von diesem Abend nichts erwartet. Weder einen Mann in meinem Bett, noch Herzflattern. Und nun habe ich Beides.

Er hat mir seine Telefonnummer gegeben, nachdem wir den ganzen Nachmittag in der Küche saßen, selbst dann noch, als die Anderen schon längst weg waren. Wir haben geredet, gelacht, Unmengen von Kaffee getrunken und ebenso große Unmengen von Croissants verdrückt. Er hat mir von sich erzählt, davon, dass er eigentlich studiert, aber die meiste Zeit doch nur arbeitet. Weil er seine Arbeit mag und die finanzielle Freiheit genießt. Dass er kein Fußballfan ist, unter der Dusche singt und Alpträume hat, wenn es ihm schlecht geht. Er hat sich nach mir erkundigt. Was ich tue, wer ich bin. Ich habe ihm davon erzählt, dass ich eigentlich davon träume eine große Künstlerin zu sein, die mit gigantischen Farbexplosionen Werke zaubert. Dass ich aber, a) weil mir das Talent fehlt und b) selbst, wenn ich das Talent hätte, es gar nicht erst versuchen würde, weil ich viel zu realistisch und feige bin, um mich dieser höchstwahrscheinlich brotlosen Kunst zu widmen. Ich habe ihm erzählt, dass ich nach wie vor gern durch Pfützen springe (obwohl ich kein kleines Kind mehr bin und keine

Gummistiefel mehr trage, was ich vielleicht besser tun sollte), dass ich meine Pommes bei MacDonald in den Milchshake tunke und manchmal bete, obwohl ich gar nicht an Gott glaube. Diese Sachen erzähle ich normalerweise nicht, wenn ich jemanden gerade erst kennen lerne. Aber diesmal war es anders. Die Zeit verflog. Stunden wurden zu Minuten, während ich mich an die Zeiger hängen wollte, damit sie anhalten und uns da lassen, wo wir waren. In der Küche. Er direkt neben mir. Mit seinem Lächeln, seinem Geruch, seinen Charme. Er hat mich jedesmal verzaubert, wenn ich, nachdem ich kurz meinen Blick abgewendet habe, weil es mich sonst hypnotisiert hätte, wieder in seine Augen blickte. Ich hatte nicht nur Schmetterlinge im Bauch. Nein ich hatte alles: Schmetterlinge, Vögel, Marienchenkäfer … alles was fliegen konnte, flatterte in meinem Bauch herum.

Und es flattert noch immer… es mag gar nicht mehr aufhören. Ich liege in meinem Bett und überlege, ob es ihm genau so geht.

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