brenzlig.com

Anna ist 29 und findet: Langsam wird's brenzlig.

Wer hoch hinaus will, kann auch tief fallen…

Posted by admin on Februar 25, 2009 at 21:39 in Allgemein

Ich bin nicht eine dieser Frauen, die eine Nachricht verschickt, und dann jede zweite Sekunde auf ihr Handy schaut, in der Hoffnung endlich eine Antwort erhalten zu haben. Nein, ich schließe mein Handy weg und tue so, als gebe es nichts, auf dass es sich zu warten lohnt. Ich war nämlich selber mal so. Da habe ich neben meinem Telefon gehockt und es angestarrt. Als ob ich durch meine telepathischen Fähigkeiten das Handy dazu bringen könnte, eine Nachricht von meinem potentiellen Date zu empfangen. Wie auch immer – ich habe mein Handy also weggeschlossen. In meinem Kleiderschrank, oberstes Fach. Um neun Uhr werde ich nachschauen, ob er geantwortet hat. In der Zwischenzeit nutze ich die Zeit um meine Wohnung zu putzen und andere wichtige Dinge zu tun, die unbedingt erledigt werden müssen.

Ich putze also. Dann hefte ich alle wichtigen Briefe weg, die sich in den letzten 6 Monaten angesammelt haben. Ich lasse die Musik vorsichtshalber aus, vielleicht höre ich ja das Schnacken meiner SMS-Ente. Danach surfe ich kurz im Internet. Laufe durch die Wohnung. Taue meinen Gefrierschrank ab. Gieße meine Blumen. Wische Staub. Schmeiße alle abgelaufenen Produkte aus meinem Kühlschrank weg. Esse Schokolade. Viel Schokolade. Seufze laut und hoffnungsvoll. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es gerade erst kurz nach 20 Uhr ist. Wieso schaffe ich eigentlich normalerweise nie so viel im Haushalt? Ich entschließe mich den Weihnachtsbaum von meinem Balkon zu werfen und meinen Kleiderschrank aufzuräumen. Ich ordne meine Sachen nach Frühling/Sommer/Herbst- und Wintergarderobe. Als ich fertig werde, ist es viertel nach neun. Ich habe anscheinend in meinem Aufräumrausch ganz die Zeit vergessen.

Ich klettere auf einen Hocker und schließe das Fach auf. Gespannt schaue ich auf mein Handy in der Hoffnung ein kleines Briefumschlägchen aufblinken zu sehen. Und yes! Es blinkt! Ich mache einen kleinen Freudenhüpferl, vergesse, dass ich auf einem Hocker stehe, gerate ins Wanken und falle rückwärts runter. Ich streife beim Fallen den Korb mit meiner Taschensammlung, der mit mir zu Boden geht und unten angekommen haue ich meinen Kopf gegen das alte Regalboard, das ich schon längst wegwerfen wollte. Für einen kurzen Moment ist alles schummrig…

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